Initiative „Green District Heating Factory“ beim YADOS-Fernwärmetag
Grüne Fernwärme entlang der gesamten Prozesskette
Gemeinsam mit dem Verband lud das AGFW-Mitglied YADOS Interessierte am 5. November 2025 an den Firmensitz ins sächsische Hoyerswerda ein. Dort hatte das zur Hoval Gruppe gehörende Unternehmen am Vortag gemeinsam mit Gästen aus Politik und Partnerunternehmen feierlich seine „Green Factory“ eröffnet. Diese nutzt ein integriertes Energiekonzept, das auf Photovoltaik, Wärmepumpen, Geothermie, Power-to-Heat und Blockheizkraftwerke setzt. 1.500 Solarmodule erzeugen jährlich mehrere Hunderttausend Kilowattstunden Strom. Ergänzend dazu wurden 33 Tiefenbohrungen mit bis zu 99 Metern Tiefe realisiert, die in Verbindung mit Hoval Wärmepumpensystemen den Wärmebedarf des Gebäudes abdecken. Bei geringer Sonneneinstrahlung übernehmen zwei mit Ökogas betriebene Blockheizkraftwerke die Strom- und Wärmeerzeugung. Überschüssige Energie wird über eine Power-to-Heat-Erzeugung in Wärme umgewandelt und gespeichert. Ein digitales Wärme-/Kältenetz nach iHAST-Standard am Standort (siehe AGFW-Regelwerk FW 703) übernimmt die Verteilung. Ziel ist eine zunehmend CO₂-neutrale Fertigung, die den Vorgaben des EU-Green-Deal entspricht. An der Veranstaltung nahmen 92 Besucher teil, die sich etwa zur Hälfte aus Personen aus Versorgungsunternehmen und Teilnehmern aus der Industrie zusammensetzten.
Harald Rapp, Bereichsleiter Stadtentwicklung und Leiter der Plattform Grüne Fernwärme, sieht die Branche auf einem guten Weg. „Ohne die aktive Mitwirkung der Industrie ist die Energie- und Wärmewende nicht zu schaffen. Die herstellende Fernwärme-Industrie arbeitet bereits an einer dekarbonisierten und nachhaltigen Produktion der Fernwärmekomponenten. Wir freuen uns sehr über das große Engagement unserer fördernden Mitglieder.
Im Rahmen des YADOS-Fernwärmetages am 5. November erhielten die 92 Teilnehmer in Werksführungen praktische Einblicke in die Green Factory. Verschiedene Fachvorträge zur kommunalen Wärmeplanung, dem iHAST-Standard und der sinnvollen Nutzung von Zählerdaten von Experten der TU Dresden, der sächsischen Energieagentur saena, des AGFW und von Versorgungsunternehmen sowie dem Hersteller rundeten das Programm ab. Weitere Formate und Inhalte werden verstärkt in 2026 folgen.