Das Angebot an Fördermitteln für Städte, Gemeinden und Landkreise im Hinblick auf energetische Stadtsanierung, Wärmenetzausbau und Quartiersentwicklung ist äußerst vielfältig und dynamisch. Neben europäischen Förderfonds gibt es ebenso Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene, die Kommunen bei der Energie- und Wärmewende sowie nachhaltiger Stadtentwicklung unterstützen. Inwieweit und in wecher Form ein spezifisches Projekt gefördert werden kann, ist jedoch immer ganz konkret von der geplanten Maßnahme abhängig.

Daher finden Sie hier hier nur einen ersten Überblick und grundlegende Informationen über relevante Fördermittelprogramme, sowie Kriterien die bei der Suche und Auswahl von Förderprogrammen zu berücksichtigen sind.

Übersicht über ausgewählte Förderprogramme

Bei der Suche nach Fördermitteln ist die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums zentrales Instrument. Wenn Sie aktuell auf der Suche nach finanzieller Unterstützung für Ihr Projekt vor Ort sind, finden Sie dort den passenden Ansprechpartner und weiterführende Informationen

In der Förderdatenbank können Sie per Stichwortsuche sowie Filterfunktion alle relevanten Informationen zu spezifischen Förderprogrammen finden.

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Mit dem Förderprodukt IKU – Energe­tische Stadt­sanierung – Quartiers­versorgung finanziert die KfW nach­haltige Investitionen in die Energie­effizienz kommunaler Wärme-, Kälte-, Wasser- und Abwasser­systeme im Quartier , in Maßnahmen zur Anreiz­setzung für die Nutzung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben und Investitionen in die Grüne Infrastruktur.

Sie erhalten einen Kredit mit lang­fristig günstigen Zinsen für folgende Maßnahmen:

  • Wärme- und Kälteversorgung im Quartier
  • Energieeffiziente Wasserver- und Abwasser­entsorgung im Quartier
  • Klimafreundliche Mobilität im Quartier
  • Klimaschutz und Anpassung an den Klima­wandel durch Grüne Infrastruktur

Das Wichtigste in Kürze

  • Förderkredit ab 0,01 %   effektivem Jahreszins
  • Bis zu 50 Mio. Euro Kreditbetrag
  • Für Investitionen in energie­effiziente Versorgungs­systeme, klima­freundliche Quartiers­mobilität und in die Grüne Infrastruktur von Quartieren
  • Finanzierung zu 100 % möglich

(Quelle: KfW)

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Mit dem Förderprodukt Erneuerbare Energien – Premium fördert die KfW Investitionen zur Nutzung von Wärme aus regenerativen Energien.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 0,64 %   effektivem Jahreszins
  • Bis zu 25 Mio. Euro Kreditbetrag
  • Weniger zurückzahlen: bis zu 50% Tilgungszuschuss
  • Besonders hohe Förderung für den Aus­tausch alter Heizungs­anlagen
  • Für Privatpersonen, Unternehmen und öffent­liche Ein­richtungen

(Quelle: KfW)

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Die Wärmeplanung und Transformation der Wärmeversorgung ist ein wesentlicher Bestandteil bei der nachhaltigen Stadt- und Quartiersentwicklung. Mit Hilfe des Programms KfW 432 werden bereits 90 % Ihrer Planungskosten vom Bund getragen. Mehr Informationen zur Bundesförderung der KfW zur „Energetischen Stadtsanierung“ finden Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zuschuss in Höhe von 65 % der förder­fähigen Kosten
  • Zur Erstellung von energetischen Konzepten und für die Leistung von Sanierungsmanagern
  • Für Kommunen und kommunale Unternehmen
  • Kombination mit weiteren Förder­mitteln möglich

(Quelle: KfW)

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Mit der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (Wärmenetzsysteme 4.0) werden innovative Wärmenetzsysteme mit überwiegendem Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme adressiert.

Gefördert werden zunächst Machbarkeitsstudien mit bis zu 60 Prozent der förderfähigen Ausgaben (Fördermodul I) und einer maximalen Höhe der Förderung von 600.000 Euro.

In einem weiteren Modul kann die Realisierung eines Wärmenetzsystems 4.0 mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben im Investitionsvorhaben (Fördermodul II) bezuschusst werden. Da im Förderprogramm Wärmenetzsysteme 4.0 ein systemischer Ansatz verfolgt wird, werden keine Einzelmaßnahmen wie der Bau eines Wärmeerzeugers oder die Verlegung von Rohrleitungen gefördert, sondern der Neubau oder die Transformation von vollständigen Wärmenetzsystemen. Die maximale Förderung je Investitionsvorhaben beträgt dabei 15 Millionen Euro. 

(Quelle: BAFA)

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Im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gibt es unterschiedliche Förderprogramme, die für Erneuerbare Energien und Stadtentwicklung relevante Themen und Projekte untersützen.

Wer wird gefördert?:

Verband/Vereinigung, Öffentliche Einrichtung, Forschungseinrichtung, Bildungseinrichtung, Unternehmen

Was wird gefördert?:

Regionalförderung, Infrastruktur, Forschung & Innovation (themenoffen), Energieeffizienz & Erneuerbare Energien, Unternehmensfinanzierung, Städtebau & Stadterneuerung

Mehr Informationen zu einzelnen EFRE-Programmen finden Sie in der Fördermitteldatenbank.

(Quelle: Förderdatenbak, Bund, Länder und EU)

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Exemplarische Aufzählung erster Kriterien bei der Suche nach Fördermitteln

Kriterien für die Auswahl von Fördermitteln und was letztlich konkret gefördert werden kann, sind sehr stark vom Projekt- und Planungsstatus abhängig:

  • Werden Planungskosten in die Förderung mit einbezogen?
  • Werden Potenzialanalysen und Machbarkeitsstudien für ein potenzielles Fernwärmeprojekt bereits mitgefördert?
  • Ist eine Kummulierung mit anderen Fördermittel zulässig?
  • etc.

Finanzierung

Die Umsetzung dieser Handlungsschwerpunkte erfolgt vor Ort in den Kommunen in Form konkreter Investitionen.Unter rein marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten werden jedoch nur diejenigen Investitionen realisiert, die eine hinreichende Wirtschaftlichkeit aufweisen.

Mit Blick auf die Klimaschutzziele ist deshalb unter Beachtung bestimmter Randbedingungen eine Förderung klimaschutzrelevanter Projekte, die nicht von vornherein eine hinreichende Wirtschaftlichkeit aufweisen, sinnvoll und erforderlich. Dazu sind durch EU, Bund und Länder entsprechende Förderprogramme initiiert worden (s. oben).

Die Ausreichung von Fördermitteln ist an verschiedene Kriterien und Nachweise gebunden. Wesentliche Punkte sind die städtebauliche und wirtschaftliche Nachhaltigkeit und Plausibilität der Projekte in Bezug auf die Zielgröße und bei nicht von vornherein gegebener Wirtschaftlichkeit ist der Nachweis der Wirtschaftlichkeitslücke bezüglich der Investitionen und die Höhe der unrentierlichen Kosten zu erbringen.

Dazu sollte ein objektiviertes, transparentes und praxistaugliches Verfahren angewendet werden, das sich sowohl für den Fördermittelgeber als auch den Fördermittelempfänger eignet.

Das Arbeitsblatt AGFW FW 703 beschreibt solch ein geeignetes Verfahren, das sich seit 2012 in der Anwendung (Görlitz, Chemnitz) bewährt hat.

Darüber hinaus legt das Arbeitsblatt AGFW FW 704 „Wirtschaftlichkeit nach §§ 20 und 24 KWKG - Verfahren zur Darlegung der Finanzierungslücke bei Neu- und Ausbau von Wärme-/Kältenetzen und Wärme-/Kältespeichern“ ein Verfahren zur Darlegung von Finazierungslücken fest. Zur Umsetzung der im KWKG 2017 geforderten „…Darlegung anhand geeigneter Nachweise, dass die beantragte Zuschlagzahlung für die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens erforderlich ist,…“ (§ 20 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 KWKG) erarbeitete der AGFW in enger Zusammenarbeit mit dem BAFA und den AGFW-Expertenkreisen „Recht“, „Energiewirtschaft Europa“ und „Stadtentwicklung“ ein von allen Seiten gewünschtes, vereinfachtes Verfahren für den entsprechenden Nachweis.

Mehr Informationen zur Berechnung von unrentierlichen Kosten im Rahmen der Beantragung von Fördermitteln sowie zur Darlegung von Finazierungslücken finden Sie hier:

zur FW 703               zur FW 704

Unterstützung bei der Wahl des richtigen Förderprogramms für Ihr Projekt

Sie wollen Fernwärme umbauen oder suchen den Einstieg in die Grüne Fernwärme? Viele Projekte scheitern bereits in der Planung, da es an Mitteln für Machbarkeitsstudien und Potenzialanalysen fehlt. In dieser Phase können Ihnen unsere Fernwärme-erfahrenen Netzwerkpaten sowie die auf der Plattform gelisteten interdisziplinär aufgestellte Büros, die Energie, Stadtentwicklung und Akteursbeteiligung integriert und fachübergreifend betrachten, bei ersten Fragen zu Fördermitteln weiterhelfen.

Die richtigen Ansprechpartner finden Sie in unseren Netzwerkpaten, dem AGFW und unseren Mitgliedsunternehmen:

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